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Angst und Unsicherheit

Die Geschichte vom Mann, der nicht schlafen wollte, weil er Angst hatte, zu sterben.

Angst ist ein grundlegender Motivator für menschliches Handeln. Zum einen beruht Angst auf der Tatsache, dass die Zukunft ungewiss ist, und es wenig Wissen um Angst einflößende Lebensumstände wie Krankheit, Unfälle, Überfälle oder Tod gibt. Zum anderen entstehen Ängste vor Einsamkeit und Angst vor Minderwertigkeit, weil jeder Mensch alleine nicht überleben kann und Teil einer Gesellschaft sein möchte, und innerhalb dieser Gesellschaft etwas gelten möchte.

In der Angst zu leben, etwas zu verlieren, und sei es auch Gesundheit oder das Leben selbst, oder das Gefühl zu haben, nicht dazu zu gehören, kann die Lebensqualität stark heruntersetzen und sogar krank machen. Angsterkrankungen nehmen mit steigendem Wohlstand und Individualisierung der Gesellschaft ständig zu.

Angst ist natürlich und erzeugt normalerweise eine natürliche Reaktion, die man Flucht- oder Kampf-Reaktion nennt. Vor einer Angst einflößenden Situation läuft man natürlicherweise entweder davon oder man bekämpft sie. Beide Reaktionen führen zum Verschwinden der Angst. Können beide Reaktionen nicht zur Anwendung kommen, kann die Angst sich festsetzen und chronisch werden. Die Folgen sind ständige Unsicherheit, Entscheidungslähmung bis hin zur Depression.

“Gib mir die Kraft, die Dinge zu ändern, die ich ändern kann! Und gib mir die Gelassenheit, die Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann!”

Dieses Motto ist der bestmögliche Rat, mit der Angst umzugehen. Es enthält die Kampf- und Fluchtreaktion genauso, wie die Weisheit, bei Dingen, die der Mensch nicht beeinflussen kann, auf die göttliche Kraft zu vertrauen.

Leider führt Angst in der Entscheidung für die Kampfreaktion aber auch zu Gewalt, Anarchie und Chaos. Hinter Gewalt, und besonders hinter grausamer Gewalt stecken meistens Angstneurosen als Motiv. Als Beispiel sei die Gewalt gegen Ausländer, gegen Frauen oder alles Fremde genannt. Dabei wird die Angst jedoch nicht überwunden, sondern manifestiert sich auf Dauer.

Angst ist ein Riesen-Geschäft, und Angst ist ein Machtinstrument. Wohl kaum ein Wirtschaftszweig ist so gigantisch und kapitalstark wie die Versicherungsbranche. Sie gründet sich auf der menschlichen Angst und verkauft Sicherheit. Gegen nahezu jedes Risiko und jede Angst kann man eine Versicherung abschließen. Ein interessantes Beispiel ist die Lebensversicherung, ein Begriff, der suggeriert, man könne sich seines Lebens versichern. Angemessener wäre der Name Todesfolgeversicherung. Denn de facto versichert man sich nicht seines Lebens, sondern man bezahlt für die Folgen des möglichen Todes. Analog müsste die Krankenversicherung eigentlich Gesundheitsversicherung heissen.

Aber auch alle Versicherungen ändern grundsätzlich nichts daran, dass der Mensch in einer unsicheren Welt lebt, die er nur selber durch das Sammeln von Informationen, eigene Entscheidungen und eigene Taten sicherer machen kann.

Je mehr der Einzelne seine Ängste selbst bewältigt und sich nicht als unfähiges Lamm empfindet, desto weniger ist er auch durch furchteinflößende Drohungen und Meldungen manipulierbar und lähmbar. Politische Führungen und andere machtbesessene Menschen und Institutionen nutzen das Mittel der Angst seit Jahrhunderten sehr erfolgreich für ihre Zwecke.

Jesus sagte: Was sorgt Ihr Euch, es ist bereits für Euch gesorgt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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