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Gefühle
Gefühle oder Emotionen bestimmen weitestgehend das menschliche Handeln. Sie speisen sich aus Erfahrungen und Intuition und führen zu einem spontanen Reaktionsmuster, das langwierige Denkprozesse verhindert. In Situationen von Gefahr sorgen Gefühle wie z.B. Angst für unmittelbare Entschlüsse. Dabei stimulieren sie das Hormonsystem des Körpers blitzartig und befähigen ihn zum Handeln.
Im positiven Fall können Gefühle Leben retten, im negativen allerdings auch Leben töten. Emotionen haben starke Kräfte und haben Vorrang vor rationalen Überlegungen und Entscheidungen. Dies wird besonders bei Kindern deutlich, die man im Falle eines Gefühlsausbruchs mit Erklärungen und Überlegungen nicht erreichen kann.
Die Palette der menschlichen Emotionen ist groß. Sie reicht von Liebe, Mitgefühl, Sympathie bis zu Ärger, Angst und Hass.
In der zeitgenössischen populären Literatur werden Emotionen zumeist positive Aspekte beigemessen und es scheint modern, seine Gefühle möglichst deutlich und öffentlich zu zeigen. Es ist die Rede von emotionaler Intelligenz und gesunden Emotionen, Lebensfreude und Glück. Wie selbstverständlich wird behauptet, dass das Offenbaren von Gefühlen gut ist, während Menschen, die ihre Gefühle nicht zeigen, als Gefühlskalt gelten. Nicht selten hört man, manche Menschen hätten keine Gefühle.
Sicher ist es eine Frage der Erziehung und der Persönlichkeit, in wieweit man seine Emotionen zeigen kann oder will. Fest steht aber, dass alle Menschen zu denselben Gefühlen fähig sind und es keine Menschen ohne Emotionen gibt.
Da Emotionen auf Grund ihrer energetischen Stärke das menschliche Verhalten sehr stark bestimmen und sie auch von anderen Menschen ausgelöst werden können, bemühen sich viele darum, ihre Emotionen zu kontrollieren, damit sie nicht willfährige Sklaven ihrer Emotionen und fremder Menschen sind.
Politiker, Medien, die Werbung, aber auch einzelne Menschen bis hin zu den eigenen Kindern vermögen es sehr gut, Menschen über Emotionen zu steuern. Vor allem Bilder, aber auch Gerüche, Geräusche und Musik, sowie die passenden Worte zur rechten Zeit können Emotionen auslösen und zu unbewusstem Handeln führen. Und nicht selten fragt man sich später, warum man so gehandelt hat und bereut es.
Will man sich nicht zur wehrlosen Marionette anderer bzw. seiner eigenen Gefühle machen, muss man lernen, seine Emotionen zu kontrollieren. Das hat nichts damit zu tun, keine Gefühle mehr zu haben, sondern es geht um die Fragestellung: kontrolliere ich meine Emotionen, oder kontrollieren sie mich?
Um dies zu lernen, muss man sich bewusst klar machen, was in welcher Situation geschieht, und man muss lernen, spontane Reaktionen dann zu vermeiden, wenn man sich der Folgen nicht bewusst ist. Dies muss nicht zwangsläufig bedeuten, Spontaneität zu verlieren.
Aber es hilft, unbedachte Reaktionen zu meiden, die dann negative Konsequenzen haben.
Auch diesbezüglich war Buddha einer der ersten, der auf den Zusammenhang von Emotionen, Handeln und Kharma hinwies und empfahl, seine Gefühle besser zu hüten.
Bewusstes Umgehen mit Emotionen kann sehr stark helfen, das eigene Leben zu gestalten und glücklicher zu machen. Wer negative Gefühle meiden und positive Gefühle erzeugen und einsetzen kann, der hat mehr Freude und Leidenschaft am eigenen Tun, der findet erfüllende Betätigung und kann anderen helfen. Negative Gefühle kosten Energie, positive erzeugen Energie.
Die moderne Molekularbiologie und –medizin hat gefunden, dass starke Emotionen Auswirkungen auf zellulärer Ebene im Körper haben. Sie können Zellwände und Rezeptoren schädigen oder verändern und damit den Zellstoffwechsel beeinflussen und z.B. Schmerzempfindungen verstärken oder auch abschwächen.
Ich ärgere mich. Warum tust Du das? Magst Du Dich nicht?
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