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Partnerschaft
Es gibt mehrere Gründe, warum wir uns eine Beziehung, eine Partnerschaft oder eine Ehe wünschen. Mal abgesehen von der gesellschaftlichen Erwartungshaltung soll eine Partnerschaft die Sehnsucht nach Liebe, Verständnis, Geborgenheit, Vertrauen, Glück und Anerkennung befriedigen. Und natürlich dient eine Partnerschaft der Befriedigung sexueller Bedürfnisse. In vielen, aber immer weniger Fällen auch der Erfüllung des Kinderwunsches. So ist die Ehe oder zumindest eine stabile langjährige Partnerschaft die Basis für die Erziehung von Kindern in einem sozial gesicherten Umfeld.
Obwohl die Partnerschaft oder Ehe der Wunsch der überwiegenden Mehrheit der Menschen ist, trennen sich immer mehr Paare bereits nach kurzer Zeit wieder. Jede zweite Ehe soll heute bereist wieder geschieden werden. Aus dem verflixten siebten Jahr ist längst das dritte oder gar zweite geworden. Und wenn man genau hinsieht, dann klappt die Partnerschaft auch in den restlichen 50% der Ehen nicht wirklich optimal, und der Beobachter fragt sich manchmal, warum das Paar noch zusammen ist und sich das Leben schwer macht.
Dennoch boomen Partnerschaftsbörsen im Internet. Paare trennen sich und suchen umgehend nach neuen Beziehungen (manchmal auch noch während einer bestehenden Beziehung). Die Hoffnung, irgendwann doch den Richtigen/die Richtige zu treffen, ist ungebrochen. Die Sehnsucht ist stärker als die Erfahrung/Realität.
Warum funktionieren Partnerschaften nicht mehr? Die Frage lässt sich am besten beantworten, wenn wir sie historisch beleuchten und dann die modernen Bedingungen analysieren.
Liebe als Grund für eine Ehe gibt es erst ansatzweise seit dem 19. Jahrhundert. Davor, aber auch in vielen Fällen danach hatten Ehen überwiegend rationale Motive. Entweder ging es bei einer Heirat um das Sichern oder Vermehren von Vermögen, Besitz, Macht und Einfluss, oder es ging um eine kalkulierte Partnerschaft in der Form ihrer Bedeutung, nämlich dass man mit einem Partner schafft. Bis ins 20. Jahrhundert war die Ehe noch eine Form der Sicherung des eigenen Überlebens. Aufgabenteilung bei der Arbeit auf dem Lande und später in industrialisierten Arbeiterfamilien machte das Leben einfacher, sicherer und zweckmäßiger. Dabei kam der Rollenverteilung eine große Bedeutung zu, und diese wurde von beiden Geschlechtern weitestgehend akzeptiert. Allerdings wurden Frauen in solchen Partnerschaften eigentlich zu allen Zeiten unterdrückt und benachteiligt (Mehrfachbelastung mit harter Arbeit und Kindeserziehung, kein Wahlrecht, Eigentum des Mannes).
Die aufkommende Liberalisierung und Emanzipationsbewegungen für die Rechte der Frauen brachten dann langsam einen Wandel in die Geschlechterbeziehungen. Frauen begannen, in der Arbeitswelt Karriere zu machen und zu beweisen, dass sie gleich gut sind wie Männer, selbst in klassischen Männerjobs. Gleichzeitig verloren typische Frauenaufgaben wie Hausarbeit und Kindererziehung an gesellschaftlichem Stellenwert. Der Erfolg des Einzelnen rückte in den Fordergrund. Karriere, Geld und Freizeitspaß wurden wichtiger und attraktiver als Familienleben. So glichen sich die Interessen von Frauen und Männern mehr und mehr an und führten zu Konflikten. Klassisches und durchaus auch natürliches Rollenverständnis wurde über Bord geworfen. Ein Resultat: Frauen büßten einen Teil ihrer Weiblichkeit ein, Männer einen Teil ihrer Männlichkeit. Klare Lebenskonzepte und Lebensziele gingen verloren.
Die Individualität des Einzelnen dominiert heute das Verhalten in Partnerschaften oder besser Beziehungen. Spaß in Freizeit, Erfolg im Job und Ausrichtung auf die eigene (auch egoistische) Entfaltung der Persönlichkeit sind die Maximen. Beziehungen und Ehen halten das zumeist nur kurze Zeit aus, solange, bis sie dem Drang der genannten Maximen im Wege stehen.
Bei all den Möglichkeiten, die die modernen Zeiten dem Einzelnen bieten, sollte niemand vergessen, dass die Erfüllung der Sehnsüchte, die man in einer Partnerschaft sucht, nur möglich ist, wenn wahre Liebe und Gemeinsamkeiten im Fordergrund stehen, und wenn die natürlichen Bedürfnisse, die biologischen Motivatoren, in der Beziehung befriedigt werden. Dazu mehr über Männer und Frauen
Du bist die Sonne, ich bin der Mond. Ohne Dich kann ich nicht scheinen (Chinesisches Sprichwort)
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