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Die Polarität des Lebens
Polarität bedeutet soviel wie zwei Extreme, zwei Endpunkte, Gegensätzlichkeit. Der Begriff kommt ursprünglich aus der Physik und bezeichnet den Spannungszustand zwischen zwei magnetischen oder elektrischen Polen. Energie entsteht durch das Schwingen von Teilchen zwischen zwei Polen. Verfolgt man das Schwingen über einen Zeit-Raum, so entsteht eine Welle. [die Animation zeigt einen Lichtpunkt, der zunächst einen Kreis bildet als Symbol des Kreislaufs von Werden und Vergehen. Aus dem Kreis wird durch Drehung eine Schwingung und aus der Schwingung eine Welle]
Das Leben und das Universum basieren auf energetischen Kräften, die sich aus der Polarität speisen. Nur das Vorhandensein beider Extreme resp. Pole erzeugt Spannung und Energie. Dies erkannte Laotse (Lao Tse; Laotzi) bereist vor mehr als 2500 Jahren in China und nannte die Gegensätzlichkeiten Yin und Yang. Er erkannte, dass nur die zwei Hälften einer Medaille das Ganze ausmachen, dass es ohne das Eine nicht das Andere geben kann. Wer ganzheitlich leben will, muss beide Extreme in sich erkennen und annehmen. Wie offensichtlich dieser Zusammenhang ist, sehen wir an folgenden Paaren, die nur zusammen Sinn machen:
- Tag und Nacht
- Mann und Frau
- Licht und Schatten
- Berg und Tal
- Himmel und Hölle
- Nordpol und Südpol
Aber auch Adjektive wie
- gut und böse
- arm und reich
- schön und hässlich
- hungrig und satt
- schnell und langsam
gehören zusammen und bilden nur so einen Sinn. Gut gibt es nicht ohne böse. Wer das Böse bekämpfen will, vernichtet auch das Gute, denn nur das Gute alleine kann nicht existieren. Wenn wir jedoch um den Zusammenhang wissen, dann können wir uns entscheiden, für gut oder böse, für schnell oder langsam oder für Licht oder Schatten.
Und noch etwas anderes zeigt uns das Modell der Polarität. Die Schwingung vollzieht sich zwischen den beiden Polen, doch dazwischen besteht ein Kontinuum mit unendlich vielen Möglichkeiten der Ausprägung und einem Übergangsbereich. Es gibt nicht nur die Extreme, es gibt viele Kombinationen. Ein Mensch ist nicht nur hässlich, er ist auch schön (und umgekehrt). Ein Mann ist nicht nur männlich, er ist auch weiblich, sprich er hat auch weibliche Aspekte in sich (und umgekehrt). Man muss dieses Kontinuum sehen, um das Leben mit seinen Polaritäten in seinen ungezählten Möglichkeiten zu verstehen.
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