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Religionen

Bereits als junger Mensch, als 12-jähriger – so berichten die Quellen des neuen Testamentes (Lukas 2,41-52) – war Jesus von Nazareth ein kluger und wissbegieriger Junge, der sich nicht scheute, mit Gelehrten zu diskutieren und seine Meinung zu sagen. Er wuchs heran und seine Weisheit nahm zu, heißt es bei Lukas.

Leider sind die Quellen nicht sehr erschöpfend und so erfahren wir nicht allzu viel vom Werdegang des Jungen aus einfachen Verhältnissen. Besonders interessant ist jedoch die Frage, was Jesus bis zum 30. Lebensjahr gemacht haben könnte, um seinen Wissensdrang zu stillen. Über diese Zeit in seinem Leben ist wenig bekannt. Es gibt jedoch Quellen, die belegen sollen, dass er Anhänger der Essener war, einer damaligen Intellektuellenvereinigung, die sich über den ganzen vorderen Orient verstreute. Ihnen wird Wissen und Kompetenz in vielen Dingen wie Medizin, Naturkunde und Astrologie nachgesagt.

Noch interessanter ist die Behauptung, Jesus sei in Indien gewesen. Gut 500 Jahre waren bereits vergangen, seit Siddharta Gautama (Buddha) seine Lehren im Norden Indiens verbreitete und viele Anhänger gefunden hatte. König Ashoka (324-233 v.Chr.) war zum Buddhismus konvertiert und hatte die Lehre und Weltanschauung über ganz Indien und über seine Grenzen hinaus verbreitet, d.h. auch bis ins persische Reich und vielleicht darüber hinaus (den Islam gab es damals noch nicht). Ashoka war vom gewalttätigen Kriegsfürsten zu einem geschätzten und überzeugten Kriegsgegner und Verfechter von Frieden und Ordnung geworden. Die Wahrscheinlichkeit, dass sich Buddhas Worte auch bis in den vorderen Orient hatten verbreiten können, ist nicht gerade gering. Dass Jesus mit ihnen in Kontakt kam, scheint noch wahrscheinlicher, unterstellt man ihm Wissensdrang. (mehr dazu)

Die Parallelen zwischen den Lehren Buddhas und Jesus’ sind so offensichtlich, dass ein Zusammenhang kaum geleugnet werden kann.

Genauso lange waren auch die Gedanken der griechischen Philosophen Sokrates, Aristoteles und Platon im Umlauf. Jesus kann sie ebenfalls gekannt haben. Man kann sicher darüber spekulieren, ob Teile seines bis in den Tod konsequenten Handelns vom Vorbild Sokrates stammen.

Vielleicht war es eine Mischung von verschiedenen Lehren der damaligen Zeit, die ihn zu seiner eigenen Position und Handlungsweise führten: die Erkenntnis über die Natur des Lebens, das Erkennen von Gier und Macht als Ursachen allen Übels und die konsequente Predigt der Umorientierung hin zu Liebe und Menschlichkeit als einzigem Ausweg aus der materiellen Gefangenschaft.

Dass er sich als Sohn Gottes bezeichnete, ist nicht verwunderlich, wenn man ein Gottesbild hat, das nicht einen persönlichen Gott, als vielmehr eine göttliche Kraft unterstellt, die einen liebenden, alles verbindenden Charakter besitzt (s. Gott). Insofern sind alle Menschen Gottes Kinder.

Die Hauptdiskrepanz zum Islam, der dem Christentum vorhält, falsche Informationen über einen dreifaltigen Gott zu verbreiten – da es nur einen Gott gibt – ist also sehr einfach auszuräumen. Eine Abgrenzung zwischen Christenheit und Islam ist überhaupt nicht notwendig. Ebenso wenig zum Hinduismus, zum Taoismus und zum Buddhismus. Es geht in allen Religionen um dieselben Kern-Inhalte. Vielmehr kann man recht einfach eine offene, hochinteressante, und konstruktive Diskussion über die Gemeinsamkeiten führen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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