Bewusstsein

Bewusstseinsebene 4



Übergang, Kritik, Opposition

Die vierte Ebene ist die Übergangsebene vom materiellen Bewusstsein zum geistigen. Sie ist geprägt durch Abwendung und Hinwendung und kann zu starken persönlichen und sozialen Konflikten führen.

Es beginnt mit dem Gefühl, dass etwas grundsätzlich falsch läuft im Leben, nicht nur im eigenen, sondern insgesamt. Zunächst ist es nur eine Ahnung oder ein Gefühl. Doch wenn es stärker wird dadurch, dass man genauer hinschaut und klarer sieht, was passiert, wird die Ahnung mehr und mehr zu Wissen und Erkennen.

Die positiven und negativen Tatsachen des Lebens werden nicht mehr verdrängt oder beschwichtigt, sondern klarer wahrgenommen und formuliert. Und immer stärker drängen geistige Aspekte in den Vordergrund. Der Materialismus und seine Folgen werden zunehmend kritisch gesehen und abgelehnt. Auf der vierten Ebene steckt der Mensch zwar noch im Materialismus, beginnt sich aber gegen ihn aufzulehnen. Ein Konflikt entsteht zwischen den Annehmlichkeiten und der Ablehnung der Konsequenzen. Dabei werden geistige Prozesse immer wichtiger und das bewusste geistige Denken beginnt.

Vieles im eigenen Leben und in der Gesellschaft wird in Frage gestellt, in vielen Aspekten des Lebens drängen geistige Fragen nach vorne. Das Materielle scheint unwichtiger zu werden. Nicht nur Besitz und Macht, auch Bedürfnisse und Triebe werden kritisch betrachtet.

In nicht vermuteter Stärke entwickelt sich die Einsicht, dass das Leben, also das menschliche Verhalten auf den Bewusstseinsstufen 1-3 falsch ist und abgelehnt werden muss, weil es die geistige Natur des Menschen negiert.

Bewusstseinsebene 4 kann zu radikalen Gegenreaktionen führen und zu einer konsequenten Abwendung vom Materialismus im Denken. Dies drückt sich dann auch in offener Ablehnung und offener Kritik aus, die bei anderen Menschen nicht selten auf Unverständnis und ebenfalls Ablehnung stößt ("Jetzt spinnt er/sie" hört man dann die ehemaligen Freunde oder Bekannten sagen). Doch meist bleibt der Materialismus im Verhalten noch erhalten und so gibt es viele Menschen, die sich (durchaus emotional) geistig orientieren, aber auf Wohlstand und Eigentum und ein angenehmes materielles Leben nicht verzichten.

Bezeichnend für Ebene 4 ist auch, dass der/die langsam Erkennende seine/ihre Teilerkenntnisse gerne teilen will und sich nicht selten als Kritiker und Oberlehrer aufführt. Und zwar denen gegenüber, die auf unteren Bewusstseinsebenen leben und von diesen Erkenntnissen gar nichts wissen wollen oder sie nicht verstehen können.

Negative Konsequenzen können u.a. Verlust von sozialen Kontakten bis hin zu Feindschaften sein, genauso Depression, Einsamkeitsgefühle und Orientierungslosigkeit.