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Phänomen Dummheit



dumm oder doof Menschen sind in der Lage, geistige und intellektuelle Höchstleistungen zu erbringen, wenn sie ihren Verstand nutzen und bewusst und überlegt handeln. So sind Technologien und Wohlstand entstanden. Im beruflichen Alltag wird das Nachdenken häufig gezielt eingesetzt, um Probleme zu lösen, kreativ zu sein oder Prozesse, Strukturen und Produkte zu entwickeln oder zu verbessern. Über diesen technologischen Fortschritt definieren sich viele Menschen selbst und die Menschheit als Ganzes als Krone der Schöpfung und den Tieren überlegen. Dabei wird allerdings der Fortschritt lediglich am unmittelbaren Ergebnis gemessen, Konsequenzen und Kosten in jedweder Form bleiben zumeist unberücksichtigt. Das heisst, dass Nachhaltigkeit und Vereinbarkeit mit systemischen Aspekten (z.B. Naturschutz bei Rohstoffbeschaffung und Entsorgung) kaum in die intelligenten Überlegungen mit einbezogen werden. Ob dies als Dummheit bezeichnet werden kann, wird sich vermutlich noch zeigen.

Wenn der Mensch sich abseits von geistig-intellektuellen Anforderungen und Aufgaben durchs Leben bewegt, was für die allermeisten die meiste Zeit der Fall ist, dann lassen Bewusstsein und intellektueller Verstand oft zu wünschen übrig. Denn dann übernimmt das Unterbewusstsein die Steuerung des Denkens und Handelns, und dies funktioniert über Reiz-Reaktions-Programme, die irgendwann einmal gelernt und gespeichert wurden. Der biologische Sinn besteht in der Notwendigkeit schneller Reaktionen, die ohne Einschaltung des langsamen Verstandes erfolgen und emotional ausgelöst werden (z.B. Verteidigungs- und Fluchtreaktionen). Nach diesem biologischen Prinzip funktioniert die Natur; sie muss nicht nachdenken.

Dabei reagiert das Unterbewusstsein immer in derselben erlernten Weise auf Reize, die gespeichert sind, schnell und energiesparend. Bei neuartigen Reizen tut es sich schwer, es hat keine programmierte Reaktion parat und muss den Verstand bemühen. Der arbeitet langsam und muss erst Lösungen und Reaktionen erarbeiten, was zu Fehlern führen kann. Die Ergebnisse sind sehr oft unbefriedigend, und der Denkprozess ist anstrengend, verbraucht also viel Energie.

Daher mögen Menschen neuartige Reize nicht sonderlich gerne. Sie lösen Verunsicherung, Unwohlsein oder gar Angst aus. Lieber sind ihnen Situationen, die bekannt sind, und in denen mit einprogrammierten Reaktionen gehandelt werden kann, ohne lange und anstrengend nachdenken zu müssen. Das führt zu immer denselben - richtigen oder falschen - Verhaltensweisen auf immergleiche Reize, tagein tagaus. Leider führt es vor allem andauernd dazu, dass wir etwas vergessen, etwas unachtsam übersehen (überhören) oder immer denselben Fehler wiederholen.

Es ist also offensichtlich, dass Menschen mit wenig Erfahrung und wenig Wissen eher vorsichtig und ängstlich sind und alles Neue und Veränderungen lieber meiden. Sie begnügen sich mit dem, was sie kennen und richten sich in ihrer kleinen Welt ein. Ja, sie verteidigen diese kleine Welt sogar massiv gegen alles Neue und Störende.

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Das betrifft nicht nur die Abneigung gegen fremde Menschen oder unbekannte Tiere, sondern auch gegen neue Informationen, die nicht ins eigene Weltbild passen oder es gar gefährden könnten.

Der Mensch ist zwar grundsätzlich neugierig und möchte informiert sein und wissen, was es Neues gibt. Doch müssen diese Neuigkeiten in das eigene kleine Weltbild passen, um es zu stärken und zu bereichern. Informationen, die nicht passen, werden ignoriert oder aktiv abgelehnt. Andere Menschen, die solcherlei unerwünschte Informationen verbreiten, werden als Spinner, Lügner oder heute gerne als Verschwörungstheoretiker gebrandmarkt, selbst wenn es sich um Freunde oder Familienmitglieder handelt. Dabei wird der Wahrheitsgehalt gar nicht hinterfragt, weil man es gar nicht wissen will. Die Konsequenzen wären zu unangenehm. Lieber bestärkt man sich mit anderen im dem Glauben, die eigenen vorhandenen Informationen seien wahr und richtig, und man versorgt sich täglich mit entsprechenden Bestätigungen im Bekanntenkreis oder in den Massenmedien. Dort werden denn auch entsprechende Informationen hochfrequent und kontinuierlich wiederholt.

Dieses Geschehen ist fest implementiert im Unterbewusstsein und seine Macht ist so stark, dass es das Denken, Verhalten und Handeln der meisten Menschen so stark dominiert, dass sie sogar in der Lage sind, offensichtliche Falschinformationen oder Lügen zu akzeptieren, zu ignorieren oder aktiv zu vertreten. Je nachdem, wie die eigene Interessenlage aussieht.

Informationen bestimmen das Denken, das Wissen und den Glauben, und dies bestimmt das Leben und das Handeln. Damit bestimmen sie letztlich die Qualität des Lebens. Am leichtesten ist es, die Informationen zu nehmen und zu glauben, die einem geliefert werden. Dann kann man sich den Aufwand sparen, selbst zu recherchieren und alles auf den Wahrheitsgehalt hin zu prüfen. Die Informationen, die täglich frei Haus geliefert werden, sind für die meisten Menschen ausreichend und glaubhaft genug, um sich informiert zu fühlen. Es besteht kein Grund, mehr zu wollen oder sie in Frage zu stellen. Sie bestätigen das vorhandene Weltbild und sind daher willkommen. Dass diese Informationen lediglich eine kleine Auswahl aus dem Kosmos an täglich möglichen Informationen sind, wird gar nicht bewusst, und auch nicht, warum gerade diese Informationen es schaffen, öffentlich verkündet zu werden. Und schon gar nicht wird hinterfragt, ob diese überhaupt der Wahrheit und dem wirklichen Geschehen entsprechen. Es reicht, wenn sie dazu taugen, die eigene kleine Welt zu bestätigen und eben nicht in Frage zu stellen. Egal, ob wahr, falsch oder gar erfunden.

Dass dies nicht allzu intelligent ist, wird spätestens dann klar, wenn absehbar wird, dass die Welt sich doch verändert, und die kleine eigene Welt doch in Gefahr gerät, weil sie sich nicht mehr oder zunehmend schwieriger aufrecht erhalten lässt, und sie von der Wirklichkeit eingeholt wird. Denn dann entsteht ein Problem, für das das Unterbewusstsein keine Reaktionsmuster und der Verstand keine Informationen hat, um es zu lösen. Das ist dann dumm, weil ausreichendes Wissen fehlt.

Es kann fatale Folgen haben, wenn das eigene Weltbild und die eigene kleine Welt zusammen brechen, weil sie auf Fehlinformationen und Informationsmangel basierten. Darum ist es klug, sich ein Weltbild aufzubauen, dass auf selbst recherchierten Informationen beruht, die auf den Wahrheitsgehalt hin selbst geprüft sind, anstatt sie leichtgläubig von anderen zu übernehmen, deren Interessen und Absichten man gar nicht kennt.

Man sollte sich ehrlich fragen, von wem die eigene Meinung eigentlich stammt ? Ist es überhaupt die eigene Meinung, und auf welchem eigenen Wissen basiert sie ?

Dummheit ist lediglich ein Mangel an Wissen, welches man auffrischen oder anreichern kann. Doofheit dagegen ist der fehlende Wille, dies zu tun und mit Mangelwissen, das zudem noch manipuliert ist, sein Leben gestalten zu wollen.

Fragen Sie sich:

  • Was glaube ich und was weiß ich ?
  • Woher stammt mein Glaube und mein Wissen ?
  • Welche Informationsquellen kenne und nutze ich ?
  • Sind meine Quellen glaubwürdig ? Welche Interessen und Absichten haben sie ?
  • Bin ich offen für wirklich neue Informationen ?
  • Bin ich wirklich an der Wahrheit interessiert oder kann ich mit Lügen leben ?

Beispiele, die das eigene Leben massiv beeinflussen, zum Hinterfragen:

  • Was weiss ich über die Deutsche Geschichte und von wem ?
  • Was weiss ich über geopolitisches Geschehen ?
  • Was weiss ich über das Geld- und Finanzsystem ?
  • Was weiss ich über Gesundheit, Körper, Geist und Seele ?
  • Was weiss ich über das Sterben und den Tod ?
  • Was weiss ich eigentlich über mich selbst - wer bin ich ?

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