Lebensrat

Partnerschaft und Ehe



Ratgeber:

  • suchen Sie sich einen Partner/eine Partnerin, der/die wirklich zu Ihnen passt, d.h., Sie ergänzt und gleiche Interessen hat
  • erkennen, akzeptieren und bejahen Sie die Unterschiedlichkeit von Mann und Frau
  • prüfen Sie Ihre Partnerschaft bzgl. Respekt, Anerkennung, Zuneigung
  • reden Sie ehrlich über Gefühle, Wünsche, Ziele, Interessen
  • lernen Sie unbedingt die Eltern des Partners gut kennen
  • beenden Sie eine Partnerschaft ohne Stress und Ärger mit kühlem Kopf, die sie unzufrieden macht

In Deutschland wird nahezu jede zweite Ehe innerhalb der ersten zehn Jahre geschieden. Und manche Meinungen behaupten, dass die andere Hälfte sich nicht traut (wegen Kindern, wegen sozialer Netzwerke, wegen religiösen Bedenken, usw.).

Meine eigenen Erfahrungen und langjährigen Beobachtungen haben mich zu der Erkenntnis gebracht, dass die Zahl der Partnerschaften und Ehen, die ich als glücklich und intakt bezeichne, extrem gering ist. Ich selbst komme kaum auf eine Handvoll Paare, die ich so bezeichnen möchte. Fest mache ich diese Behauptung v.a. an der Art und Weise, wie (Ehe-)Partner miteinander umgehen, wie sie sich behandeln. Dafür bemühe ich Begriffe, wie Respekt, Einfühlungsvermögen, echte Partnerschaft, Liebe, Zeit, Wärme, Streitkultur, Gemeinsamkeiten, Ansichten, Einstellungen, usw. Eine Partnerschaft oder Ehe wird in unserer modernen Gesellschaft als etwas Romantisches betrachtet. Die Hochzeit ist extrem emotional besetzt und wird als der schönste Tag im Leben bezeichnet (jedenfalls von vielen Frauen). Dabei ist sie das, was das Wort sagt: Die HOCHzeit! Die deutsche Sprache ist oft sehr genau und bedeutungsvoll. Die Hochzeit ist die Zeit des Gipfels der Gefühle, wenn man sich entscheidet, als Paar zusammen leben zu wollen.

In der Vergangenheit wurde geheiratet, um eine Familie zu gründen, die die Existenzgrundlage für das Überleben sicherte. Die Rollen von Mann und Frau waren klar abgesteckt, und man bemühte sich als Ehepaar oder später Familie, möglichst sicher durchs Leben zu kommen. Der Zwang zur "Zusammenarbeit" hat die Ehepaare aneinander gebunden. Denn die Ehe und Familie war eine Überlebensfrage, auch im sozialen Umfeld des Dorfes oder der Gemeinde. Mit Romantik und Glück hatte dies alles wenig zu tun. Aber es hat funktioniert, weil es funktionieren musste. Und der Glaube und die Kirche haben ihres dazu getan, dass die Ehe zusammen blieb.

Heute ist die Ehe nicht mehr zum Überleben notwendig. Man kommt gut auch alleine durchs Leben, ist staatlich abgesichert, und das soziale Umfeld besteht auch nicht mehr auf familiäre Einbindung. Selbst mit Kindern ist es in der modernen Gesellschaft möglich, ohne Ehe zu leben (wenngleich nicht immer leicht für alle Beteiligten). Im Gegenteil ist eine feste Partnerschaft oder Ehe sogar manchmal ein Hemmschuh, das eigene Leben frei zu gestalten, denn die vielen Verlockungen der modernen Gesellschaft und die Leichtigkeit, mit der man auch aussereheliche Beziehungen eingehen kann, machen die Versuchung groß, öfter einmal etwas anderes auszuprobieren.

Bewusstseinsentwicklung

Die Verpflichtungen in der Ehe, die Kompromisse und das Bewältigen von Streit und Konflikten im genauen Gegensatz zu den Verlockungen ausserhalb der Ehe lassen immer mehr Ehen zerbrechen. Die Romantik und Liebe aus der "Hochzeit" sind oft schnell verflogen, nicht nur weil gemeinsame Ziele und Vorstellungen sich ändern, sondern weil sich teils die gesamten Bedingungen ändern. Dazu zählen nicht selten auch Kinder, die zu enormen Abstrichen in der Qualität eines freien und ungebundenen Lebens führen können.

Ein für mich wesentlicher Punkt, der viel zu wenig Beachtung erfährt, ist der grundsätzliche Unterschied zwischen Mann und Frau. Die Zeit der Verliebtheit und der HOCHzeit, die von einem Hormonrausch bestimmt wird, täuscht leider zu leicht darüber, dass Männer und Frauen extrem unterschiedlich sind und sich kaum verstehen können. Böse Zungen sagen, Mann und Frau passen nur an einer Stelle zusammen. Leider ist da ein Funken Wahrheit dran, denn die Lebensziele, Lebensumstände, Lebensläufe, Lebensaufgaben, Rollen, Bedürfnisse, etc, sind so verschieden, dass sie sich nur dann sinnvoll ergänzen, wenn man als Paar bewusst damit umgeht und sich dessen überhaupt bewusst ist. D.h., sie kennt, respektiert, akzeptiert und will. Die unterschiedlichen Eigenschaften von Mann und Frau können sich sehr gut ergänzen. Dazu muss man sie aber kennen und anerkennen.

Eine Partnerschaft oder Ehe kann nur funktionieren, wenn aus der anfänglichen Liebe eine echte gleichberechtigte Gemeinschaft wird, die ein gemeinsames Ziel verfolgt. Und diese Partnerschaft respektvoll und mit Blick auf die beiderseitigen Bedürfnisse gelebt wird. Dann sind auch Glück und Zufriedenheit möglich.

Ansonsten, und das ist leider immer mehr der Fall, wird sich einer oder auch beide als der/die Dumme in der Partnerschaft (der Partner schafft) wiederfinden, und die Sache geht schief. Entweder vor dem Scheidungsrichter oder in einem unglücklichen und zerstörerischen Zusammenleben. Man sollte bedenken, dass der Mensch ein viel stärker Hormon gelenktes Wesen ist, als er selbst gerne wahr hat. Frauen und Männer finden so viele Gemeinsamkeiten und Gefühle für einander, wenn sie verliebt sind (also von Hormonen überschwemmt). Dann fehlt der klare Blick. Diesen klaren Blick bekommt man erst mit den Jahren wieder zurück. Im Alter zählen andere Werte und manch einer ist glücklich, alleine und in Ruhe leben zu können, andere haben sich als Paar arrangiert und geniessen die Zeit zu zweit im Wissen um die eigene Rolle und die Bedürfnisse des anderen.

Kinder vor der Pubertät (also bevor die Hormone alles durcheinanderwirbeln) haben klare Ansichten vom anderen Geschlecht: Jungs sind bescheuert und Mädchen sind doof!


Hier einige Lebensweisheiten von Jackson Brown, einem bekannten amerikanischen Buchautor, zum Download und Ausdrucken:

Jackson Brown


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